Mephedron
6. Juli 2011 | Von Admin | Kategorie: RC's und CoMephedron, oder chemisch 4-Methylmethcathion (4-MMC) hat in der Scene der Research Chemicals große Wogen geschlagen und wurde Anfang 2010 letztlich verboten. Beides, Bekanntheitsgrad und Verbot sind wohl primär auf die subjektiv äußerst ansprechende Wirkung mit gewissem Suchtpotenzial zurückzuführen. Selbst nach dem Verbot ist diese Droge durchaus noch erhältlich. Jetzt allerdings auf dem Schwarzmarkt.
Mephedron hat durch seinen hohen Bekanntheitsgrad viele Namen erhalten. neben den oben erwähnten 4-Methylcathion und der Abkürzung 4-MMC haben sich auch Kürzel wie Meph oder Mephe etabliert, welche hin und wieder auch zu Verwechslungen mit Meth führen. Beides wird in etwa ähnlich ausgesprochen. Laut Wiki sollen auch M-CAT, Meow, MMC-Hammer und Magic verbreitet haben. Ehrlich gesagt habe ich das aber sonst noch nirgends gelesen, oder gar gehört.
Mephedron wurde und wird als Racemat verkauft. Es gibt zwei Enantiomere (R und S, meine Abbildung geht darauf nicht ein), die vermutlich wie Amphetamin oder MDMA ein unterschiedliches Wirkspektrum haben.
Wirkung
Mephedron hat eine stark stimulierende Wirkung. Diese wird von Konsumenten oft als eine Mischung zwischen Amphetamin und MDMA beschrieben. Dabei hat Mephedron eine stark antriebssteigernde Wirkung (teils stärker als MDMA), ähnlich dem Amphetamin und gleichzeitig stark euphorische Komponenten, wie MDMA. Von dieser Beschreibung her scheint eine starke Ähnlichkeit zu der Wirkung von 4-Fluoramphetamin zu existieren. Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten aber wohl eher bei Methylon zu suchen (Strukturell auch eng verwandt. Mephedron hat anstelle der Dimethoxygruppe an der 3. und 4. Stelle eine Methylgruppe an der 4. Stelle). Im Vergleich zu 4-FA ist der Rausch eher “klar” und “wärmer”.
Körperlich kommt es wie bei den anderen Stimulanzien dieser Gruppe auch zu unterdrücktem Schlaf und vermindertem Hunger. Die Aufmerksamkeit (subjektiv) und körperliche Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Es kann zu einem Gefühl der Leichtigkeit kommen, wie es von MDMA her üblich ist.
Oral eingenommen hält die Wirkung etwa 2-4 Stunden an (Wirkungseintritt nach 30-60 min.). Nasal tritt die Wirkung sehr schnell nach 5-10 min. ein, hält jedoch nur 1-2 Stunden an. Mephedron wirkt also eher kurz, gemessen an anderen Stimulanzien dieser Art. Dem wird oft durch häufiges Nachlegen entgegengewirkt.
Nebenwirkungen
Als Nebenwirkungen treten die üblichen Nebenwirkungen für Upper auf:
- beschleunigter Puls bis hin zu Herzrasen
- trockener Mund
- Appetitlosigkeit
- übermäßige Transpiration (besonders an den Händen)
- Übelkeit (besonders bei hohen Dosen)
Dosierung
Oral: 120-200 mg
Nasal: 30-70 mg
Zwar ist Nasal eingenommen die Bioverfügbarkeit wesentlich höher und es wird weniger Material benötigt, jedoch sollte man seiner Nase zu liebe auf diese Konsumform am besten ganz verzichten.
Mephedron lässt sich relativ unproblematisch nachdosieren. Auch über einen längeren Zeitraum. Wohl auch ein Grund für dessen Beliebtheit. Dennoch sollte man beim Nachlegen Vorsicht walten lassen und geringe Mengen nehmen. Unbedingt auch auf die Warnsignale des eigenen Körpers hören und bedenken, dass diese durch Mephedron relativ stark unterdrückt werden.
Mephedron Herstellung
Die Herstellung von Mephedron ist relativ einfach*. Auf der englischen Wiki ist sie gut beschrieben. Ich habe sie mal (sehr) frei übersetzt:
4-Methylpropiophenon wird in Eisessig gelöst und mit Brom versetzt. Mit dem Brom wird ein sog. Schutzgruppe aufgesetzt um diesen Teil des Moleküls bei den weiteren Schritten von Reaktionen abzuhalten. Man erhält nun 4-Methyl-2-bromopropiophenon als ölige Schicht. Diese wird in z.B. Dichlormethan gelöst. Eine andere Dichlormethanlösung enthält Methylamin und Triethylamin. Die Lösung mit dem Produkt aus dem vorherigen Schritt wird nun langsam zu der neuen Lösung getropft. Nun wird mit HCl angesäuert und die entstehende wässrige Phase entfernt. Im Anschluss wird das Gemisch mit NaOH stark alkalisch gemacht. Man erhält die freie Base, welche man z.B. mit HCl-Gas als Chloridsalz ausfällen kann.
*Sicher nichts für das Küchenheimlabor, aber für erfahrene Chemiker alles Routineprozesse. Von daher sollte man eigentlich davon ausgehen, dass das damals verkaufte Mephedron relativ rein war, wenn es nicht vorsätzlich gestreckt wurde. Leider kenne ich dazu keine Analyseergebnisse, oder gar Statistiken.
Rechtsstatus
Seit dem 22. Januar 2010 fällt Mephedron unter das Betäubungsmittelgesetz (Anlagen I, nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel). Besitz, Herstellung, Handel, Weitergabe etc. sind somit strafbar.

Es fehlt noch die Ausschüttung der Glückshormone zur vollständigkeit =)