Kratomverbot: Zum Greifen nah

21. April 2010 | Von | Kategorie: Aktuelles

Wie schon vermutet ist es jetzt nun so gut wie beschlossen. Am 03. Mai entscheidet der Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel über die Zukunft von Kratom.

In der Tagesordnung dazu lässt sich u.a. folgender Punkt lesen:

TOP 11: Mitragyna speciosa (Kratom) und ihre Leitalkaloide
Unterstellung der Pflanze Mitragyna speciosa (Kratom) und ihrer Leitalkaloide in die Anlage I des BtMG:
- Mitragyna speciosa (Pflanze und Pflanzenteile sowie Extrakte, die aus Pflanzen und Pflanzenteilen der zur Art Mitragyna speciosa gehörenden Pflanzen gewonnen werden)
- Mitragynin
- 7-Hydroxy-Mitragynin

Vielen Dank an dieser stelle an das Alraune-Forum.

Natürlich wird erstmal nur diskutiert und ein Vorschlag unterbreitet. Dass ein Diskutierte Stoff danach nicht in das BtMG aufgenommen wird ist jedoch ein Ding der Seltenheit. Es bleibt abzuwarten, wie das Ergebnis aussieht, aber man darf ahnen, dass es nicht im Interesse der Kratomhändler und Konsumenten steht.

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10 Kommentare auf "Kratomverbot: Zum Greifen nah"

     

  1. fenris sagt:

    Bei http://www.eve-rave.ch/Forum/viewtopic.php?f=36&t=19017 wurde auch schon heftig darüber diskutiert.

    Es wäre sehr erfreulich, wenn Sie noch etwas zu dem Tilidin
    und Tramal schreiben, die beide ins BtmG kommen sollen.

    Für Opiatler mit normalem Leben der Riesengau.

    http://www.eve-rave.ch/Forum/viewtopic.php?f=37&t=19018

    Einfach nur dumm und unüberlegt diese Maßnahmen von Leute, die von dem Wort praktische Erfahrung anscheinend keine Ahnung haben.

    • Torben sagt:

      Danke für den Hinweis. Ich werde mich der Sache mal annehmen. Ich muss aber zugeben, dass ich mit den beiden Stoffen nicht sonderlich vertraut bin und mich selber erstmal einlesen muss. Schließlich will man ja keine BILD-Artikel schreiben.

      Optional bin ich auch gerne bereit hier Gastbeiträge zu veröffentlichen.

  2. Hermann sagt:

    Tilidin untersteht auch jetzt schon dem BtmG.

    Nur Zubereitungen mit Naloxon sind vom BTM-Rezept befreit, können also vom Arzt weniger aufwändig “normal” verordnet werden.

    Wenn diese geplanten Änderungen wirklich kommen, werden noch mehr Ärzte vor der Verordnung dieser Arzneimittel zurückschrecken. Übel für Patienten mit chronischen Schmerzen.

  3. allister caine sagt:

    bei dem tilidin und tramal ist zu beachten das tilidin jetzt schon bestandteil der 3. anlage des btmg ist. es ist lediglich mit naloxonzusatz ausgenommen.

    tramal war bisher kein btmg….

    hoffen wir das es weiterhin “ausgenommene zubereitungen” bei den beiden stoffen geben wird, das wäre sonst auch der supergau für jeden normalen schmerzpatienten…

    ich hatte schon zahnschmerzen die zu stark für tili und tramal waren!

  4. dingens sagt:

    was ist nun mit dem urteil oder der tagung, gab es da einen beschluss? weis da jemand was genaueres?!

    • Torben sagt:

      Tatsächlich gab es die Tagung, aber bisher ist nichts mir bekanntes nach außen Gedrungen. Wirklich beschlossen ist also offiziell noch nichts.

  5. Pusemuckel sagt:

    Moin Torben,

    da haste aber was im alraune-forum übersehen!! Die Beschlussfassung zu den Wirkstoffen Tramadol und Tilidin sowie zu der Pflanze Mitragyna speciosa (Kratom) und ihrer Inhaltsstoffe Mitragynin und 7-Hydroxy-Mitragynin wurde vertagt.

  6. EX-Tramal sagt:

    Was Tramal und Tilidin angeht, halte ich es sehr wohl für gerechtfertigt, diese Stoffe unter Anlage 1 BTM aufzunehmen. Mir hätte das vielleicht eine Menge erspart – 4.5 Jahre schwere Abhängigkeit, zum Glück bin ich nach dem ersten qualifizierten Entzug nun clean.
    Tramal und Tilidin besitzen ein starkes psychisches Abhängigkeitspotential und es ist von vielen Ärzten und auch auf dem Schwarzmarkt (habe ich zwar nie gemacht) leicht zu bekommen. Vor allem immer mehr Jugendliche geraten in die Sucht.
    Als Schmerzpatient bekommt man seine Medikamente, meine Freundin hatte nie Probleme, aufgrund nachweislicher Erkrankung in Schmerztentren an Morphium, Oxycodon etc zu kommen. Da muss keine Panik ausbrechen.
    Halte das in jedem Fall für sinnvoll.

  7. Obscuritas sagt:

    Die Ausstellung eines BTM-Rezepts ist nach Aussage meines Hausarzts nicht aufwändiger als bei einem normalen Rezept. Trotzdem gibt es viele Ärzte, die kaum BTM-Rezepte ausstellen, obwohl die entsprechenden Medikamente in vielen Fällen indiziert sind.

    Was mir ganz gehörig auf den Nerv geht, sind die ansteigenden Verbotsforderungen. Damit beziehe ich mich auch auf EX-Tramal. Ich bin selbst Morphinist. Jeder, der Opiate und andere Opioid wirksame Substanzen unreflektiert und über längeren Zeitraum einsetzt und sich über die zwangsläufig entstehende physische und auch psychische Abhängigkeit beschwert, ist naiv.
    Opiate sind generell verpönt- Konsumenten werden mit unzureichenden und problematischen Substituten abgespeist.
    Wir haben nur das Recht auf Schmerzfreiheit aber nicht auf Lebensqualität. Wir sind von so vielen Dingen abhängig aber der Abhängigkeit von Opiaten wird das Kreuz vorgehalten. Dabei sind es mit die sichersten, nebenwirkungsarme Medikamente, zumal sie die Organe nicht nennenswert belasten oder schädigen. Ich habe sechs Entzüge hinter mir, davon zwei kalt. Darauf folgten kurze wie auch sehr lange Abstinenzphasen sowie eine stationäre Therapie. Ich habe eigentlich nur aufgrund des äusseren Drucks und immer wiederkehrenden Versorgungsengpässen aufgehört. Der körperliche Entzug ist immer sehr unangenehm und schmerzhaft. Einige zynische Ärzte verglichen ihn ex cathedra mit den Symptomen einer Grippe! Eine Grippe ist dagegen der reinste Urlaub. Mit einem starken Willen und entsprechender Medikation lässt er sich aber durchaus bewältigen. Nur wenn man dann auch nach langer Zeit keine positiven Auswirkungen der Abstinenz bemerkt und die Lebensqualität definitiv stark gesunken ist, kehrt man natürlich wieder zur Selbstmedikation mit Opiaten zurück. Ich betreibe keine chronische Vergiftung durch Überdosierung, sondern stelle die Medikation so ein, dass ich ein normales und erfülltes privates wie auch berufliches Leben führen kann. Und da passt es mir gar nicht, wenn MöchtegernInquisitoren mich bevormunden und in meinen Persönlichkeitsrechten beschneiden wollen! Diese Welt, insbesondere Deutschland liebt seinen goldenen Käfig und denkt, eine Kaskade von Verboten könnte uns von soziokulturellen und auch allen anderen Problemen befreien. An all jene: WACHT ENDLICH AUF!