Ecstasy Facharbeit

11. März 2010 | Von | Kategorie: Chemie, Wissenswertes

Diese Facharbeit habe ich 2005 für die Schule geschrieben. Da ich sie aber weiterhin für gut befinde, habe ich sie hier eingestellt. Ich denke, es sind durchaus einige interessante Informationen dabei. Wenn sie dir gefällt, schau doch auch mal bei den anderen Artikeln auf hard-poison.de rein.

Diese Arbeit darf ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht kopiert, gedruckt oder anders verbreitet und dritten zugänglich gemacht werden.


Facharbeit zum Thema Ecstasy

19. Mai 2005


Inhaltsverzeichnis

1     Vorwort   2

2     Allgemeines   3

2.1       Was ist Ecstasy  3

2.2       Geschichtliches  3

3     Wirkungen von Ecstasy   5

3.1       Geistige Wirkung  5

3.2       Körperliche Wirkung  7

3.3       Psychische Nebenwirkungen  8

3.4       Physische Nebenwirkungen  10

3.5       Suchtpotenzial 10

3.6       Wechselwirkungen  11

3.7       Chemische Derivate, Streckmittel und andere Substanzen  12

4     Szene   15

4.1       Konsum   15

4.2       Marktpreise und Handel 15

4.3       Herstellung  16

4.4       Interview mit einem Konsumenten  17

5     Rechtliches   18

6     Schlusswort   20

1            Vorwort

„Drogen“. Für die Meisten ist dieses Thema noch sehr schwammig, oder gar ein Tabu-Thema. Denn anstatt auf Aufklärung zu setzen, werden Drogen allzu oft als ein und das selbe angesehen und plump als „böse“ abgetan. Viel zu wenig werden detaillierte Angaben zu verschiedenen Rauschmitteln gemacht und möchte man sich dieses Wissen selber aneignen, stößt man noch viel zu häufig auf veraltete Literatur, die teilweise sogar bewusst falsche Informationen vermittelt um abzuschrecken. Doch Unwissenden dürfte das kaum auffallen, da sie sich auf die Richtigkeit solcher Werke verlassen. Und somit verbreitet sich auch noch veraltetes und unwahres Wissen weiter.

Gerade das aber ist der Anlass für die Bearbeitung dieser Materie. Es macht für mich einen gewissen Reiz aus, hinter diesen schwarzen Vorhang mit der Aufschrift „Droge“ zu “lünkern”. Denn die Wahrheit dahinter ist weitaus interessanter, als das was so oft im Fernsehen als tödlich und unberechenbar angepriesen wird.

Besonders beim Thema Ecstasy tauchen immer wieder die lächerlichsten Gerüchte auf. Da ist die Rede von Fenstersprüngen und Selbstverstümmelungen. Auch schnell und stark süchtig machend soll Ecstasy sein. Und skrupellose Dealer strecken ihre Pillen mit Rattengift.

Nur die wirklich wichtigen Fragen bleiben mal wieder unbeantwortet:

  • Ÿ   Wie wirkt Ecstasy?
  • Ÿ   Welche Gefahren gibt es wirklich?
  • Ÿ   Wo kommt es her?

Gerade aber für Personen, die sich durch die allgemeine Verteufelung von Drogen nicht haben abschrecken lassen, kann das fatale Folgen haben, denn über den sicheren Umgang verliert kaum jemand ein Wort. Gerade deswegen ist es mir wichtig Gerüchte aufzudecken, mich auf klar Erwiesenes zu konzentrieren und wichtige Fragen zu beantworten.

Trotzdem soll diese Arbeit natürlich keinen Anreiz zum Konsum geben, oder gar zu diesem animieren. Im Vordergrund steht hier einzig die Vermittlung von Wissen.

2            Allgemeines

2.1         Was ist Ecstasy

“Bei Ecstasy (kurz XTC) handelt es sich um eine synthetische Droge (Designerdroge). Eigentlich ist Ecstasy nur einer der Namen für die chemische Substanz MDMA, bei der es sich um ein Phenylethylamin handelt. MDMA gehört zu den ringsubstituierten Amphetaminen, die im Gehirn stimmungsverändernd wirken und Hunger, Durst und Müdigkeit dämpfen.

Ecstasy steigert die Fähigkeit zur ungezwungenen Kontaktaufnahme mit anderen Menschen (empathogene Wirkung) und die Fähigkeiten zum Verständnis der inneren Gefühle (entaktogene Wirkung).” [1]

Bei dem Namen „Ecstasy“ handelt es sich um ein in der Szene entstandenes Synonym, was allerdings chemisch gesehen keine bestimmte Substanz bezeichnet, sondern viel mehr ein Überbegriff für die am häufigsten als Ecstasy verkauften Amphetaminderivate ist. Also verschiedene chemische Verbindungen der Amphetamin-Gruppe darstellt. Diese sind MDMA, MDA, MDEA und MBDB. Sofern nicht anders angegeben, beschränkt sich das Folgende auf die gebräuchlichste Substanz: MDMA. MDMA ist die Abkürzung für 3,4Methylendioxyn-Methylamphetamin.

Üblicherweise ist mit Ecstasy eine Pille gemeint, die eine aufputschende und euphorisierende Wirkung hat. Ecstasy in Form einer Tablette kommt in schier unbegrenzter Form- und Farbenvielfalt vor und weist ein Logo und oft eine Bruchrille zum Teilen der Tablette auf. Nicht so gebräuchlich, aber trotzdem hin und wieder erhältlich, ist Ecstasy in Kapseln, als Pulver oder sehr selten auch als Lösung.

2.2         Geschichtliches

Es ist unschlüssig, wann genau MDMA zum ersten Mal hergestellt wurde. Fest steht, dass es zwischen 1891 und 1898 zum ersten mal von Fritz Haber synthetisiert wurde. Fritz Haber arbeitete an einer Dissertation zum Erlangen seiner Doktorwürde. Diese Arbeit namens „Über einige Derivate des Piperonals“ reichte Haber 1891 ein und beschreibt in dieser eine dem BDB chemisch eng verwandte Substanz, von dieser aus sich sehr einfach MBDB synthetisieren lässt. Die Synthesevorschrift dazu wurde am 25. Februar 1892 bei der „Deutschen chemischen Gesellschaft“ eingereicht.

Da von MBDB aus bis zu MDMA nur weinige Syntheseschritte liegen, ist davon auszugehen, dass Haber MDMA bereits vor 1898 entdeckte. Erste Belege existieren allerdings erst seit dieser Zeit. In dieser Synthese beschreibt Haber die Gewinnung von MDMA aus einem Muskatnuss-Alkaloid. Es handelt sich also um eine Halbsynthese.

1912 gelang einigen Chemikern der Firma E. Merck & Co. die Vollsynthese von MDMA, welche dann zum Patent angemeldet wurde. Fast überall liest man hierzu, dass E. Merck MDMA als Appetitzügler erforschte, es aufgrund der starken Nebenwirkungen aber nicht auf den Markt brachte. Tatsächlich wurde MDMA nie als Medikament produziert, jedoch wiederlegen die Autoren Fromberg und Seymour, dass E. Merck MDMA als Appetitzügler erforschte.

Nun wurde es für knapp 41 Jahre still um die Substanz MDMA.

“1953 trat MDMA wieder ans Licht. Im Nervenkrieg zwischen den Supermächten tauchte es wieder auf. In der Zeit des kalten Krieges wurde überlegt, MDMA in der psychologischen Kriegsführung als Wahrheitsdroge einzusetzen. Hierzu beauftragte die Armee der Vereinigten Staaten 1953/54 die Universität Michigan mit der Erforschung der Wirkung und Toxizität des Stoffes. Es wurde festgestellt, dass MDMA als Wahrheitsserum völlig ungeeignet und somit für die Armee nutzlos war. Die Forschungsergebnisse wurden jedoch erst 1969 zur Veröffentlichung freigegeben und erst 1972 publiziert”.[2]

Ab 1970 wurde Ecstasy auch in psychotherapeutischen Kreisen erforscht. Man dachte durch die Wirkung von Ecstasy besser an die Patienten heranzukommen. Diese Forschungen versiegten jedoch ohne wirklich brauchbare Ergebnisse nach einigen Jahren.

Da die Verteilung und Herstellung von Ecstasy gesetzlich nicht eingeschränkt war, wurde es ab 1960 immer populärer. Erst Mitte der 70er Jahre, also mit Bekanntmachungen von Forschungsergebnissen, fand die Substanz verstärkt Eingang in den Schwarzmarkt, da der offizielle Vertrieb über Apotheken nicht freigegeben war. Durch die Hippie- und Rave-Bewegung erlebte Ecstasy dann einen starken Aufschwung.

“Der größte bislang bekannt gewordene Hersteller von MDMA war ein Laboratorium in Marin County, Kalifornien. Es wird angenommen, dass man hier Mitte der 70`er Jahre gut 500 000 Portionen MDMA monatlich produzierte – und diese auch von hier aus vertrieb. Von diesem Lab, wie größere Drogenküchen genannt werden, stammt auch die Benennung „Ecstasy“. Zuvor soll „Empathy“ als möglicher Name diskutiert, aber für zu schwierig und zu wenig verkäuflich erachtet worden sein. Alles in allem scheint dieses Lab wirklich von Profis oder von den einzigen gewissenhaften Menschen der Drogenszene geführt worden zu sein: In einem Informationspapier, das jeder einzelnen Portion XTC beilag, wurde der/die Konsument/in sehr genau informiert, womit er zu rechnen, was er zu beachten und was er zu unterlassen habe, und vor allem, dass er die Droge auf keinen Fall mit anderen Rauschmitteln kombiniert einnehmen sollte, um synergetische Wirkungen zu vermeiden. Für Fans, die mehr wissen wollten, gab das Lab sogar ein kleines Büchlein heraus: ECSTASY – 21st CENTURY ENTHEOGEN ist wahrscheinlich das umfassendste Werk zum Thema MDMA.“ [3]

1985 wurde es den USA zu bunt. Ecstasy wurde nicht nur einfach verboten, es wurde weit nach oben auf die Verbotslisten gesetzt und als eine gefährliche, körperschädigende Substanz deklariert. Selbst die Forschung wurde eingeschränkt. Ein Jahr später wurde Ecstasy auch in Deutschland in das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) aufgenommen und war somit verboten. Seit dem kursierte es fast ausschließlich in der Rave- und Techno-Szene als illegale Droge. In letzter Zeit findet Ecstasy aber auch außerhalb solcher Veranstaltungen, als Partydroge wie Alkohol und Marihuana, immer mehr Zuspruch.

3            Wirkungen von Ecstasy

Die Wirkung von Ecstasy kann, genau wie ein Alkoholrausch, sehr vielseitig sein. Entsprechend dem Umfeld, dem körperlichen Allgemeinzustand, der Stimmungslage und natürlich der Dosierung kann MDMA unterschiedlich wirken. Wenn man von „normalen“ Ecstasy-Pillen vom Schwarzmarkt ausgeht, was bei einer illegalen Droge angenommen werden muss, spielt auch die Zusammensetzung der Pille eine entscheidende Rolle. In diesem Kapitel wird allerdings nur auf die Wirkung von MDMA eingegangen, da das Eingehen auf die anderen Substanzen den Rahmen sprengen würde.

3.1         Geistige Wirkung

“Bezüglich der Wirkung und Folgen des Ecstasy-Konsums gibt es sehr wenig einheitliche Erkenntnisse, da die Wirkung auf Körper und Psyche von sehr, sehr vielen inneren und äußeren Faktoren abhängig ist. Dementsprechend werden heftige „Glaubenskämpfe” insbesondere über mögliche negative Folgen des Langzeitkonsums geführt. Diese Auseinandersetzungen erschweren eine sachliche Diskussion und Informationsvermittlung über Stoff und Wirkung.” [4]

Keine dieser Wirkungen gilt als gesichert und auch genau gegenteilige Dinge können auftreten, jedoch sind dies die häufigsten psychischen Erscheinungen des MDMA-Konsums.

Vordergründig besteht die geistige, also psychische Wirkung von MDMA aus starker Euphorie und einer enormen Antriebssteigerung trotz innerer Entspannung. Des weiteren verstärkt MDMA die Gefühlswahrnehmung, allerdings größtenteils nur auf eine positive Weise. Aber auch schlechte Gefühle können verstärkt werden. Selten wird auch von Halluzinationen berichtet. So kann es vorkommen, dass man plötzlich Musik mag, welche man sonst entschieden ablehnt. Generell kann das Empfinden für Musik stark gesteigert werden. Man fühlt sich viel wacher, aufmerksamer und Hemmungen fallen. Fast immer kommt es vor, dass man sich anderen Menschen näher fühlt und einen Wunsch nach Nähe und intensiven Gesprächen hat. Oft sinkt zusätzlich das Konzentrationsvermögen, trotz einer starken Klarheit.

Wie schon gesagt, hängt die Wirkung vor allem von der Dosis, der Persönlichkeit und dem Umfeld ab. Dieser Text beschreibt dies sehr gut:

“Drug – Set – Setting

Bei jeder Drogeneinnahme werden die sich einstellenden Effekte nicht nur von der Substanz an sich, sondern von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren beeinflußt. Hierzu gehören u.a. die subjektive Einstellung des Konsumenten zur Droge sowie das Umfeld, in dem der Konsum stattfindet.Norman Zinberg bezeichnet dieses Beziehungsgefüge als die Triade „drug, set and setting”. Die Ecstasy-Wirkungsfaktoren sollen im Folgenden erläutert werden.

Dosierung (drug)

Die Dosierung einer Droge stellt den grundliegenden Auslöser für die Drogenwirkung dar. Sie beeinflußt die Wahrnehmung und die Emotionen während des Rausches. Substanzqualität und -quantität einer Ecstasy-Pille haben einen entscheidenden Einfluß auf den Konsumenten. Auch wenn es den Konsumenten aufgrund fehlender Möglichkeiten einer Analyse nicht möglich ist, genauers über die Qualität oder Zusammensetzung der verwendeten Pille zu erfahren, bleibt die Gewichtigkeit der Dosis als Determinante der Drogenwirkung unverändert hoch (vgl. Schroers, A., 1996, S.33). Die in Ecstasy-Pillen enthaltene MDMA-Reinsubstanz liegt in der Regel um 100mg. Ausgehend von einem durchschnittlichen Körpergewicht von 70kg entspricht dies einer Dosierung von 1,4mg MDMA pro kg Körpergewicht. Je niedriger das Gewicht ist, desto weniger Substanz wird gebraucht, um eine Wirkung zu spüren.

Einstellung (set)

Unter „set” versteht man den persönlichen Zustand des Konsumenten. Die Erwartung, die Einstellung und die Vorbereitung nehmen genauso Einfluß auf das Rauscherlebnis wie der allgemeine seelische Zustand des Konsumenten. Wird zum Bespiel eine Person von ihren Freunden dazu überredet, auch etwas „einzuwerfen”, obwohl sie an diesem Abend gar nicht die rechte Lust dazu hat, sind schonmal schlechte Voraussetzungen für eine guten „Trip” geschaffen.
Aber auch die Charaktereigenschaften einer Person beeinflußen die Effekte eines Rausches. Bestimmte Eigenschaften oder Eigenarten werden unter dem Einfluß einer Droge nicht „weggewischt”, sondern werden sich auch dann zeigen.

Umfeld (setting)

Unter „setting” versteht man die eigentliche Umgebung des Konsumenten. Hiermit ist zum Beispiel die Gruppe, mit der der Konsument unterwegs ist, sowie die räumliche Umgebung selber gemeint. Verbringt der Konsument die Zeit des Rausches mit Personen, die er gut kennt, oder sind es Leute, zu denen er wenig Vertrauen hat? Ist die Umgebung eine angenehme, oder empfindet er z.B. den Club als zu eng oder zu laut? Über diese Einflußfaktoren sollte sich der Konsument vor der Einnahme von Ecstasy im Speziellen und jeder Droge im Allgemeinen klar sein, damit er nicht plötzlich mit u.U. größeren Problemen konfrontiert wird.” [5]

3.2         Körperliche Wirkung

Die körperliche Wirkung von Ecstasy beruht zum größten Teil auf einer erhöhten Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Hierbei handelt es sich um Hormone, welche Körperfunktionen und Stimmungslagen beeinflussen. (Dass eins solch starker Eingriff in den Hormonhaushalt nicht ohne Folgen bleiben kann, liegt auf der Hand. Darauf wird in einem anderen Abschnitt eingegangen.) Dopamin und Noradrenalin sind beim Ecstasy-Konsum für die erhöhte Antriebskraft und Leistung verantwortlich. Sie finden auch in der Medizin oder als Dopingmittel Anwendung. Anders als da, bewirkt Ecstasy nur eine erhöhte Ausschüttung dieser Botenstoffe und enthält sie nicht als eigenen Bestandteil.

Abb. A2 [6] Abb. A3

Eine besondere Wirkung beim Ecstasy-Konsum ist dem Serotonin zuzuschreiben. Ohne Einfluss von MDMA setzt die Sendezelle Serotonin in den synaptischen Spalt frei, welches dann von der Empfängerzelle aufgenommen wird und von uns als Glücksgefühl empfunden wird. Ebenso verhält es sich z.B. nach dem man sich etwas schönes gekauft hat und der Serotoninausstoß ansteigt. Danach gibt die Empfängerzelle das Serotonin sofort wieder an die Sendezelle zurück (Abb. A2).

Unter Einfluss von MDMA gibt die Senderzelle sehr viel Serotonin frei (entsprechend einem Gefühl wie viel Geld geschenkt zu bekommen und sich viele tolle Sachen kaufen zu können) und verhindert gleichzeitig die Wiederaufnahme. So entsteht ein unbeschreibliches Glücksgefühl, da sich immer mehr Serotonin im synaptischen Spalt ansammelt und von der Empfängerzelle aufgenommen wird (Abb. A3).

3.3         Psychische Nebenwirkungen

Die psychischen Nebenwirkungen des Ecstasy-Konsums sind bei weitem nicht so gewichtig wie die körperlichen, trotzdem sollten sie auf keinen Fall heruntergespielt oder an den Rand geschoben werden. Die größte Gefahr hierbei ist die Ausbildung einer latenten Psychose. Allerdings ist sie bei Ecstasy wesentlich geringer als bei Halluzinogenen wie Psylocibin (Pilze) oder LSD (Lysergsäurediethylamid). Die Möglichkeit ist dennoch gegeben. Das bedeutet, der Konsument glaubt, dass sein Trip nicht mehr aufhört. Auch Wochen und Monate nach dem Konsum befindet sich der Konsument in einem rauschähnlichem Zustand, welcher allerdings als sehr unangenehm empfunden wird. Bei Nichtbehandlung kann dieser Zustand auch über Jahre andauern. Fast immer ist eine solche Psychose mit Verfolgungswahn, Schizophrenie oder Todesangst verbunden. Auch psychosomatische Symptome können auftreten.

Eine weitere Gefahr während des Rausches ist ein sogenannter Horrortrip. Ausgelöst werden kann er z.B. durch den festen Glauben daran, auf einen Horrortrip zu kommen oder ein sehr unangenehmes Ereignis während des Trips. Wie bei allen psychischen Vorgängen kann man nicht eindeutig bestimmen, welches die Auslöser hierfür sind. Es kommt, wie im Abschnitt „geistige Wirkung“ schon beschrieben, auf den Konsumenten, seine innere Einstellung, seine Umgebung etc. an.

Ein Horrortrip ist wie die latente Psychose eher für Halluzinogene wie Pilze oder LSD typisch, jedoch besteht auch bei Ecstasy die Möglichkeit. Auf einem Horrortrip überwiegen plötzlich die schlechten Gefühle die angenehmen. Der Konsument hat Angst oder gar Todesangst. Hierzu kommen Verfolgungswahn und ähnliche Symptome. Der Konsument ist dann meistens sehr aufgebracht oder in seltenen Fällen bewegt er sich vor Angst nicht mehr. Eine solche Situation ist besonders für den Konsumenten, aber auch oft oder manchmal für alle Beteiligten gefährlich. Es empfiehlt sich, zu versuchen die Person zu beruhigen, ihr ruhig zuzureden und leichten Körperkontakt aufzunehmen, wie die Hand zu halten oder eine Hand auf die Schulter zu legen. Es ist immer gut der Person dann klarzumachen, dass dies alles nur von der konsumierten Droge verursacht wird und ihr nichts passieren kann. Nötigenfalls können auch Beruhigungsmittel helfen.

Empfohlen für solche Fälle ist Diazepam (Valium). Da die Gabe von Medikamenten nur Ärzten erlaubt ist und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln nicht vorhersehbar sind, sollte in solchen Fällen immer der Notarzt verständigt werden.

Anmerkung: Man liest häufig Schilderungen von Personen, die deswegen aus dem Fenster gesprungen sein sollen oder sich andere Dinge angetan haben sollen. Meist sind diese Schilderungen wirklich überzogen oder zur Abschreckung gar ausgedacht. Die Möglichkeit besteht aber, auch wenn sie minimal ist. Daher darf das Thema nicht beiseite gekehrt werden und es sollten alle Seiten betrachten werden, auch wenn es unwahrscheinlich ist. Bei der Recherche konnte kein belegter Fall gefunden werden, bei dem ein Sprung in die Tiefe tatsächlich erfolgt ist. Dennoch bleibt eine nicht unbeträchtliche Gefahr, insbesondere in Verbindung mit dem Straßenverkehr.

Eine weniger schlimme aber dennoch nicht zu vernachlässigende Nebenwirkung von Ecstasy sind Depressionen. Es gilt beinahe als gesichert, dass diese an den beiden auf den Konsum folgenden Tagen auftreten. Zumindest besteht aber eine gedrückte Grundstimmung. Da durch den Konsum der Serotoninspeicher fast vollständig geleert wird, dauert es die nächsten 1-2 Tage den Speicher soweit aufzufüllen, dass keine psychischen Auswirkungen mehr spürbar sind. Beim Dauerkonsum kann dieser Zustand auch chronisch werden, da sich das Gehirn an die ständige Entleerung des Speichers gewöhnt und somit von selber dagegen wirkt. Der Rausch selber wird dann schwächer (Toleranzbildung). Da das Gehirn weniger Serotonin freigibt und auch der Serotoninspiegel selber niedriger ist als der eines nicht depressiven Menschen.

Zusatzinformation:   Genau hier setzen Antidepressiva an. Diese Mittel heben direkt oder indirekt den Serotoninpegel.

3.4         Physische Nebenwirkungen

Da Ecstasy als Amphetamin den Kreislauf stark anregt, kommt es zu einem gesteigerten Grundumsatz, wodurch sich der Körper stark erwärmt. (Bei einigen Ecstasy-Konsumenten in Discotheken wurden schon Fieberwerte mit bis zu 41°C gemessen.) So kommt es meist auch zu starken Schweißausbrüchen, welche mit zu der dehydrierenden Wirkung von Ecstasy beitragen. Die hohe Körpertemperatur und die starke Dehydrierung können in Extremfällen einen Kreislaufkollaps zur Folge haben und sogar den Tod bedeuten. Auch kommt es häufig zu Übelkeit und Erbrechen einhergehend mit Appetitlosigkeit, welche noch die nächsten 1-2 Tage anhalten kann.

Auch kann Ecstasy Krämpfe verursachen, welche aber meist nur am Kiefer auftreten. D.h. es kommt zu starkem Zähneknirschen oder übermäßig starkem Zubeißen über ein längere Zeit. So kann am nächsten Morgen sogar ein Muskelkater im Kieferbereich auftreten. Die Pupillen weiten sich sehr stark, was eine höhere Lichtempfindlichkeit ausmacht und sogar mit Pupillenzittern einher gehen kann.

Die Abbauprodukte des MDMA belasten stark die Leber und Nieren und können diese bei Dauerkonsum schädigen. So prägnant wie geschildert werden die Nebenwirkungen allerdings nur von den wenigsten Konsumenten erfahren. Meistens treten sie völlig in den Hintergrund, so dass die positiven Erlebnisse mit Ecstasy deutlich überwiegen.

3.5         Suchtpotenzial

Die meisten Quellen berichten von keinerlei Suchtpotenzial bei Ecstasy. Dies ist auch eine weitläufig angenommene Darstellung. Hingegen neueren Testreihen und Versuchen ist dies allerdings wiederlegt worden. Das Thema „Sucht“ macht einen großen Bereich aus und lässt sich oft auch unterschiedlich auslegen. So kann es durchaus sein, dass der Konsument von den Erlebnissen mit Ecstasy süchtig wird. Fakt ist jedenfalls, dass sich keine körperliche Abhängigkeit ausbildet, es aber inzwischen als fast gesichert gilt, dass sich durchaus eine leichte bis mittelstarke psychische Abhängigkeit ausbilden kann.

In dem Bericht „Ecstasy-Rausch mit Folgen“ auf ARTE wird geschildert, dass Ratten von MDMA tatsächlich abhängig werden. Den Ratten werden 2 Trinkbehälter zur Verfügung gestellt. Wobei einer ganz normales Wasser enthält und der andere zusätzlich MDMA. Trotz eines sehr bitteren Beigeschmacks bevorzugen alle Ratten das mit MDMA versetzte Wasser.

Ein weiteres Experiment zeigt, dass die Ratten einen im Rausch erlebten Raum einem anderen zweiten Raum bevorzugen, obwohl der Ratte kein MDMA zugeführt wurde. Für die Wissenschaftler ist dies der eindeutige Beweis für eine suchterzeugende Wirkung.

Ein weiteres Experiment zeigt einen Zusammenhang zwischen Ecstasy-Konsum und sozialen Kontakten. Ratten, die freien Zugriff auf Ecstasy haben und einzeln gehalten werden, konsumieren dies sehr häufig. Bei den gleichen Ratten in Gesellschaft sinkt der Konsum schnell auf null. Die Wissenschaftler führen das auf den niedrigeren Serotoninspiegel der isolierten Ratten zurück. Die Ratten versuchen diesen also lediglich durch den Konsum wieder anzuheben.

Wie stark Ecstasy nun wirklich abhängig macht, ist von Konsument zu Konsument unterschiedlich. Es spielen hier vor allen Dingen Faktoren wie soziale Kontakte, Selbstwertgefühl uvm. ein Rolle. So kann es vorkommen, dass ein Konsument jedes Wochenende sein Ecstasy unbedingt braucht und für den anderen es einfach nur ein zusätzlicher Spaß ist, der aber nicht unbedingt sein muss.

3.6         Wechselwirkungen

Zu den Wechselwirkungen mit frei verkäuflichen Arzneimitteln liegen keine ausreichenden Informationen vor, da leider davon ausgegangen wird, dass aufgrund der Illegalität Ecstasy nun mal gar nicht erst mit Medikamenten kombiniert werden kann. Somit finden sich dann auch keine Hinweise auf den Beipackzetteln. Hierin verbirgt sich ein großes Gefahrenpotenzial, da nun einmal bekannt ist, dass Ecstasy auch in Verbindung mit verschiedenen Medikamenten konsumiert wird.

Es lässt sich anhand einiger vorangegangener Fakten allerdings schlussfolgern, dass Ecstasy keinesfalls mit dehydrierenden Mitteln, Antidepressiva oder mit auf den Kreislauf wirkenden Mitteln kombiniert werden sollte. Auf Grund fehlender Erkenntnisse ist von der Kombination mit anderen Mitteln generell abzuraten.

Auch bei anderen legalen und illegalen Rauschmitteln sind die Erkenntnisse recht mager. So kann man trotzdem mit Gewissheit sagen, dass zusätzlicher Alkoholkonsum ein erhebliches Gefahrenpotenzial darstellt. Da Alkohol ebenfalls stark dehydrierend wirkt, besteht eine hohe Gefahr, dass der Körper nicht genügend mit Wasser versorgt wird. Das Risiko eines Kreislaufkollaps steigt erheblich. Auch Leber und Nieren werden sehr stark beansprucht.

In Verbindung mit Cannabis wird eine höhere Belastung des Kreislaufs angegeben. Diese Information ist allerdings fragwürdig, da sich die Quellen hier gegenseitig wiedersprechen und u.a. auch eine verstärkende oder abschwächende Wirkung des Rausches angeben.

Bei anderen Betäubungsmitteln verhält es sich ähnlich, so dass nicht weiter auf dieses Thema eingegangen werden kann. Generell ist davon abzuraten, Ecstasy mit anderen auf den Körper wirkenden Mitteln zu kombinieren.

3.7         Chemische Derivate, Streckmittel und andere Substanzen

Die ursprünglich als Ecstasy verwendete Substanz MDMA kann in Relation noch als recht harmlos angesehen werden. Durch immer übergreifendere gesetzliche Verbote wurde allerdings immer wieder nach neuen Derivaten des MDMA gesucht, welche nicht verboten waren oder schlichtweg einfacher herzustellen. Derivate sind chemische Abkömmlinge eines bestimmten Stoffes mit ähnlicher Wirkung. In der Medizin wird z.B. bevorzugt das chlorierte Salz eines bestimmten Stoffes verwendet. So muss der Stoff nicht erst von der Magensäure zu diesem umgewandelt werden und kann schneller vom Körper aufgenommen werden.

Die beim Ecstasy verwendeten Derivate sind:

  • MDA (3,4 Methyldioxyamphetamin)
  • ŸMDEA (3,4-Methylen-Dioxy-Ethylamphetamin)
  • ŸMBDB (Methy-Benzo- Dioxy-Butanamin)
  • ŸPMA (Paramethoxyamphetamin).

Bei den ersten drei Stoffen handelt es sich um mit MDMA direkt verwandte Derivate. Das Gesundheitsrisiko ist hier nicht wesentlich höher oder niedriger als bei MDMA selbst. Die Substanzen wirken nur leicht anders. Das am nächsten verwandte MDA hat lediglich eine geringer euphorisierende Wirkung, aber dafür eine stärker halluzinogene Wirkung.

“MDEA ist eine typische Designerdroge, die seit dem Verbot von MDMA im BtmG als dessen Ersatz auf den Markt kam. MDEA ist preiswerter herzustellen und daher auch sehr weit verbreitet. Die Droge wirkt weniger euphorisierend und kürzer (3-4h).

MBDB wirkt ohne die begleitenden halluzinogenen und aufputschenden Effekte und wirkt bis zu 5 Stunden.” [7]

Bei PMA hingegen handelt es sich um eine nicht direkt mit dem MDMA verwandte Substanz, deren Wirkungen und Nebenwirkungen wesentlich gefährlicher sind.

“Paramethoxyamphetamin

Paramethoxyamphetamin (PMA), ein beiges, weißes oder pinkes Pulver ohne medizinischen Nutzen, ist ein methoxyliertes Phentylaminderivat. Da die zur chemischen Synthese notwendigen Vorläufersubstanzen nicht oder nicht rigoros kontrolliert werden können (PMA kann etwa über die Ausgangssubstanz Anisöl hergestellt werden) ist die Produktion von PMA einfacher und billiger, als die Produktion der als Ecstasy bekannten Amphetaminderivate MDMA, MDA, MDE und MBDB. Da für die Produktion von PMA andere Vorläufersubstanzen als für die Produktion von MDMA und andere Amphetaminderivate aus der “Ecstasy-Gruppe” verwendet werden, kann ausgeschlossen werden, dass PMA – in der Absicht MDMA zu produzieren – zufällig entsteht. Es scheint daher, dass Produzenten PMA wissentlich herstellen. Paramethoxyamphetamin fällt in Österreich unter die Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes.

Alkoholähnliche Wirkung bei geringer Dosierung

Bei zirka 0,6mg PMA/kg Körpergewicht – also bei etwa 40mg PMA bei einer 70kg schweren Person – steigen nach ca. einer Stunde Blutdruck und Körpertemperatur plötzlich und stark an. PMA-Konsumenten fühlen bei dieser Dosierung einen alkoholähnlichen Rauschzustand, nehmen halluzinogen-ähnliche Nachbilder und anomale Körperempfindung, wie z.B. ein Kribbeln, Taub- oder Pelzigsein der Haut, Einschlafen der Glieder und ähnliche Effekte wahr. Die Wirkungen verschwinden nach zirka 5 Stunden ohne weitere Nachwirkungen.

Todesfälle durch Überhitzung, innere Blutungen und Organversagen

Bei höheren Dosierungen verursacht PMA einen starken Anstieg des Blutdrucks und der Körpertemperatur. Der Puls beginnt zu rasen, die Atmung wird schneller und gleichzeitig schwerer, die Augen bewegen sich sprunghaft, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Bei Temperaturen von 40 Grad Celsius können Gehirnzellen beeinträchtigt werden, bei Temperaturen über 40 Grad sind Bewusstlosigkeit und Koma keine Seltenheit, ab 42 Grad Celsius werden innere Organe geschädigt. Nach dem Konsum großer Mengen PMA können Herzrythmusstörungen und krampfhafte Anfälle auftreten. Aufgrund der hohen Körpertemperaturen kann es weiters zu Blutungen im Magen, Dünndarm und Dickdarm, sowie zu Gehirnblutungen kommen. Betroffene fallen in ein Koma und sterben nach durchschnittlich 6-24 Stunden an Organversagen. Über Langzeitfolgen nach chronischem Gebrauch der Substanz ist nichts bekannt. Bei gleicher Dosierung ist PMA jedoch sehr viel toxischer als MDMA.

Die psychischen Wirkungen von PMA setzen später als die Effekte nach MDMA-Konsum ein und sind bei gleicher Dosierung schwächer ausgeprägt. Konsumenten vermuten daher ein “schwach” wirkendes Ecstasy konsumiert zu haben und nehmen weitere Tabletten ein, um die von ihnen erwünschte Ecstasy-Wirkung zu verspüren.

PMA kann in Ecstasy-üblichen Dosierungen zum Tod führen

Während Todesfälle durch die als Ecstasy bekannten Amphetaminderivate MDMA, MDE, MDA und MBDB ausgesprochen selten sind – in Österreich ist seit 1990 nur ein einziger dokumentierter Todesfall bekannt – endet der Konsum von PMA sehr häufig mit dem Tod.

Alle an den PMA-Folgen verstorbenen Personen waren der Meinung, MDMA oder MDA – also Ecstasy -konsumiert zu haben. Trotz schwerer körperlicher Symptome, wie starker Überhitzung, suchte keine dieser Personen, oder Freunde der Betroffenen, rechtzeitig medizinische Hilfe, da sie Angst hatten wegen Suchtmittelbesitzes angezeigt zu werden. Alle im Jahr 2000 an PMA-Effekten verstorbenen Personen, waren der Meinung Ecstasy in Form von Mitsubishi-Tabletten, konsumiert zu haben. Allen Betroffenen wurde zum Verhängnis, dass sie nicht ein oder zwei Tabletten, sondern mehrere PMA-Tabletten konsumierten. Die Verstorbenen dürften also jeweils mehrere hundert Milligramm PMA in ihrem Organismus gehabt haben, eine Dosis, die mit dem Konsum von 3-4 durchschnittlich dosierten Ecstasy-Tabletten erreicht wird.” [8]

Eine weitere, nicht allzu geringe Gefahr stellt das Strecken der Pillen mit zusätzlichen Substanzen dar. Am häufigsten werden hier Coffein und normales Amphetamin verwendet. Diese belasten zusätzlich den Kreislauf. Sobald Amphetamin z.B. als Pille komplett ohne MDMA o.ä. als Ecstasy verkauft wird, kann es passieren, dass, wie beim PMA, der Konsument ein sehr schwaches Ecstasy vermutet und noch weitere Pillen nimmt. So kann es zu gefährlichen Überdosierungen kommen.

Zuletzt besteht immer noch das Risiko, eine mit Strychnin versetzte Pille zu erwischen. Strychnin wird auch als Rattengift eingesetzt und ist als Rauschdroge eigentlich völlig ungeeignet. Zwar vergrößert es das Gesichtsfeld, die Farbwahrnehmung sowie das Tastempfinden, jedoch stehen die möglichen Nebenwirkungen in keiner Relation. Strychnin ist ein Krampfgift, welches am Rückenmark wirkt. Jede Aufnahme von Strychnin ist nach Meinung von Ärzten behandlungsbedürftig. Auch sehr geringe Mengen können den Tod bedeuten.

Um solchen Fällen vorzubeugen, gibt es bestimmte Institutionen, die Pillen auf Wirkstoff und Gehalt testen. Bei „schmutzigen“ Pillen werden auch Warnmeldungen ausgegeben. Auf Grund rechtlicher Bestimmungen können diese Institutionen in Deutschland allerdings nicht mehr testen. Eine schweizer Internet-Seite mit umfangreichen Pillenlisten ist z.B. www.eve-rave.ch. Auf www.drugscouts.de finden sich Links zu deutschen Test-Seiten, die aber meistens nur noch über alte Listen verfügen.

4            Szene

In diesem Kapitel wird über die Praxis von Ecstasy berichtet. D.h. wie die Wirkung subjektiv erfahren wird, wo die Konsumenten Ecstasy herbekommen, was sie dafür bezahlen, wie es konsumiert wird und auch wo es herkommt. Allzu oft bleiben nämlich genau diese, sehr interessanten Hintergründe für Außenstehende verborgen. Deswegen wird versucht hier einen Einblick zu geben.

4.1         Konsum

Fast immer wird Ecstasy als Pille mit etwas Wasser geschluckt. Manch hart gesottener Konsument verzichtet allerdings auch auf das Wasser. Im Regelfall wird direkt eine ganze Pille geschluckt, wobei es keine Seltenheit ist, dass die Pille vorher halbiert wird. Dies geschieht aus unterschiedlichen Gründen: Zum einen kommt dies zur Anwendung, um sich die Pille mit einem Freund zu teilen oder auch aus Vernunft, um die Wirkung einer halben Pille abzuwarten, bevor die andere Hälfte genommen wird, da der enthaltene Wirkstoff und die Menge unbekannt sind.

Darüber hinaus gibt es noch andere Möglichkeiten den Wirkstoff dem Körper zuzuführen. Hin und wieder werden die Pillen zerkleinert, um sie nasal zu konsumieren oder der Wirkstoff MDMA liegt schon gestreckt oder ungestreckt in Pulverform vor. Diese Konsumform ist aber eher sehr ungebräuchlich.

Auf www.drogenforum.de wird berichtet, dass auch die Möglichkeit besteht, die zerkleinerte Pille direkt mit Tabak vermischt zu rauchen. Auf Alufolie von unten erhitzt besteht die Möglichkeit, die Dämpfe mittels Strohhalm zu inhalieren. Auch das aufkochen von MDMA mit etwas Wasser ist möglich, um die Lösung dann zu spritzen. Aber sowohl das Rauchen wie auch das Spritzen sind in der gängigen Praxis unüblich.

4.2         Marktpreise und Handel

60% der Labore zur Ecstasy-Herstellung wurden in Europa lokalisiert. Der Hauptproduzent hierbei ist die Niederlande, aber auch Deutschland spielt eine entscheidende Rolle. 1997 entdeckte das BKA 16 illegale Labore und 1998 15. Unklar ist allerdings in wie vielen wirklich Ecstasy hergestellt wurde.

Der Großteil des hier verkauften Ecstasy stammt aus den Niederlanden. Von dort aus ist es eher einfach, die Pillen nach Deutschland zu importieren, wo sie dann  meist in sehr großen Mengen von einigen tausend Stück von inländischen Großdealern aufgekauft werden. Diese verteilen die Pillen dann an weiter gestreute Dealer, welche sie entweder direkt verkaufen oder nochmals an so genannte Läufer abgeben, welche die Pillen unmittelbar an den Konsumenten bringen.

Der Preisanstieg von der Herstellung bis zum Konsumenten ist enorm. Wenn der Produzent für eine Pille nur 10 bis 50 Cent erhält, kosten die Pillen eine Instanz weiter schon bis zu 2 €. Durchschnittlich kosten sie in dieser Instanz zwischen
1,00 € und 1,50 €.

Der Preis einer Pille kann für den Konsumenten sehr unterschiedlich ausfallen. Je nach dem wie nah er in der Kette zum Hersteller ist, bezahlt er für eine Pille zwischen 1 € und 15 €. Ein durchschnittlicher und üblicher Preis beträgt 4 € bis 5 € pro Stück. Eine Recherche in Duisburg hat diesen Preis bestätigt. In seltenen Fällen werden auch 7 € verlangt. Mit ein wenig umhören und nachfragen ist es auch möglich Ecstasy für 2 € das Stück zu bekommen.

4.3         Herstellung

Die Herstellung von Ecstasy ist keineswegs einfach und bedarf mindestens fortgeschrittener chemischer Kenntnisse. Gerüchte besagen, dass Ecstasy in der heimischen Küche oder gar Badewanne hergestellt werden und daher sehr unrein seien. Dafür konnten aber keinerlei Belege gefunden werden. Allein deswegen, da die Synthese einige verschiedene Apparaturen braucht, ist dies unwahrscheinlich.

Im Regelfall wird für die Herstellungsstätte ein nicht bewohnter Bereich des Hauses genutzt, wie der Keller. Auch Gartenhäuser werden gerne verwendet. Wohnungen scheiden allerdings von vorn herein aus, da bei der Herstellung ein abartig penetranter Gestank entsteht. So würde das Labor nicht lange unentdeckt bleiben. Jedoch ist auch dies schon vorgekommen.

Die Herstellung selber bedarf einiger Chemikalien, welche in Deutschland nicht allzu einfach zu beziehen sind, da sie unter das Grundstoffüberwachungsgesetz fallen. Dazu gehören, je nach Herstellungsverfahren, z.B. Safrol, Isosafrol oder Piperonal. Die Synthesevorschriften selber hier zu erläutern macht wenig Sinn, da sie ein gewisses chemisches Know-How voraussetzen und selbst dann noch nicht einfach zu verstehen oder auszuführen sind.

4.4         Interview mit einem Konsumenten

Die vorherigen Kapitel bezogen sich fast ausschließlich auf die Theorie des Ecstasy-Konsums und ließen subjektive Erfahrungen und Informationen außen vor. Um aber ein rundes Gesamtbild zu erzeugen, ist es wichtig, auch diese Dinge mit ein zu beziehen.

Ich habe mich hier für ein Interview entschieden, dessen Fragen ich teils selber erstellt habe, aber auch bei anderen Personen erfragt habe um die interessantesten Aspekte erfragen zu können.

Natürlich kann man dieses Beispiel nicht verallgemeinern, jedoch gibt es einen guten Einblick in einige Hintergründe des Ecstasy-Konsums.

Autor: Wie alt bist du?

Ralph H.: 39 Jahre (na ja gut, 40). Anmerkung: Passe wohl nicht ins Schema, altersmäßig.

Autor: Kurze Beschreibung deiner Persönlichkeit:

Ralph H.: Meist ruhig, ausgeglichen, habe Spaß am Leben. Bin ehrlich insgesamt zufrieden. Für mein Alter sehr junggeblieben.

Autor: Wie fühlst du dich, bevor du Ecstasy nimmst?

Ralph H.: Relativ normal. Ich nehme nie etwas, wenn es mir schlecht geht.

Autor: Wieso nimmst du Ecstasy?

Ralph H.: Um gelegentlich high zu sein, um ein größeres Empfindungsvermögen zu bekommen. Um auf Partys oder auch Zuhause Spaß mit Ecstasy zu haben und manchmal um sanft und dauerhaft wach zu bleiben. Ich achte sehr darauf, es nicht zu oft zu machen.

Autor: Nehmen deine Freunde Ecstasy?

Ralph H.: Insgesamt kenne ich nur 3, die es nehmen, 4 inkl. Freundin. Der Rest meiner Freunde nimmt kein Ecstasy.

Autor: Wie fühlst du dich auf einem “Trip”?

Ralph H.: Unterschiedlich, je nach Potenz der Pille. Manchmal habe ich die richtigen gewollten Effekte, habe Lust mich zu bewegen, zu reden, am PC oder Playstation zu spielen. Ja, das geht auch noch mit 40! Ansonsten wach, manchmal high.

Autor: Wie fühlst du dich nach dem Konsum?

Ralph H.: Je nach Stärke des Konsums, verpeilt und leicht zerstört (aber nicht so stark wie beim Alkohol). Manchmal ist die Potenz des Ecstasy so schwach, dass ich normal schlafen gehe und mich am Morgen gut fühle. Manchmal bin ich morgens nach einem Kaffee noch sehr leicht high. Intelligenter wird man allerdings nicht durch Ecstasy.

Autor: Wie oft nimmst du Ecstasy?

Ralph H.: 1-3 mal im Monat, versuche das Risiko durch weniger nehmen zu minimieren.

Autor: Glaubst du, du versuchst mit dem Konsum Probleme zu verdrängen?

Ralph H.: Nein! Ich kenne aber Leute bei denen ich mir das vorstellen kann.

Autor: Glaubst du, dass es dir schadet?

Ralph H.: Im Übermaß auf jeden Fall. Manche Ecstasy sind chemisch schlecht gereinigt, das haut auf den Organismus.

Autor: Wenn nein, würdest du aufhören, wenn du merkst, dass es dir schadet?

Ralph H.: Sofort.

Autor: Ist dir auf Ecstasy schon mal etwas besonderes (angenehm/unangenehm) passiert?

Ralph H.: Ja, ich hatte schon gute und sehr schöne Erlebnisse auf Ecstasy, allerdings keine sehr negativen.

Autor: In welchen Situationen nimmst du Ecstasy?

Ralph H.: Auf Partys, zum Tanzen, zu Konzerten, um wach zu sein und dann leicht zu “schweben”. Generell um Spaß zu haben!

Ich möchte nicht weiter auf dieses Interview eingehen, da ich es mir nicht zumute psychologische Rückschlüsse aus den Antworten zu ziehen und auch nicht möchte, dass dieses Interview auf andere übertragen wird. Es stellt hier einen Einzelfall dar und jeder Konsument kann anders auf die Fragen antworten. Eine gewisse Einheitlichkeit, besonders bei der letzten Frage, scheint jedoch gegeben zu sein.

5            Rechtliches

Rechtlich gesehen wird Ecstasy ganz klar als illegale Droge deklariert, also als Betäubungsmittel. Der Besitz, der Handel, die Weitergabe und die Herstellung sind somit verboten. Das Betäubungsmittelgesetz (kurz BtmG) gibt dies so an:

Betäubungsmittelgesetz (BtMG) 1981
Fassung: 28. März 2000
Gültig ab 1. April 2000

§ 29 Straftaten

(Abs. 1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft,

[...]

(Abs. 2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, 2, 5 oder 6 Buchstabe b ist der Versuch strafbar.

[...]

(Abs. 3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter 1. in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, 5, 6, 10, 11 oder 13
gewerbsmäßig handelt,
2. durch eine der in Absatz 1 Satz 1 Nr. 1, 6 oder 7 bezeichneten Handlungen die Gesundheit mehrerer Menschen gefährdet. [...]“

[...]

(Abs. 5) Das Gericht kann von einer Bestrafung nach den Absätzen 1, 2 und 4 absehen, wenn der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.

[...] (Zitatende)

Also allein der Versuch ist schon strafbar und in schweren Fällen, wie z.B. dem Handel ist eine Freiheitsstrafe vorgesehen.

In der Praxis bedeutet dies, dass von einer strafrechtlichen Verfolgung meist abgesehen wird, wenn eine gewisse Menge unterschritten ist. Diese Menge wird dann als Eigenbedarf deklariert und strafrechtlich nicht weiter verfolgt. Im Normalfall beträgt diese geringe Menge genau eine Konsumeinheit, was bei Ecstasy eine Pille bedeuten würde. Hierbei kommt es allerdings auch auf den Staatsanwalt an, denn strafbar ist der Besitz trotzdem.


6            Schlusswort

Wie anfangs bereits erwähnt, soll diese Arbeit nicht die eigene Meinung des Verfassers wiedergeben. Insbesondere soll Ecstasy hier weder befürwortet noch verurteilt werden.

Wie man sieht, mag es für den Einzelnen Gründe geben, die für den Ecstasy-Konsum sprechen (Vergnügen, intensiveres Erleben etc.), jedoch mindestens genau so viele, die einen strikt davon abbringen sollten. Es ist wichtig, dass man sich vorher wirklich ausreichend informieren sollte und sich der Gefahren, auf die man sich einlässt, bewusst ist. Viel zu oft ist nämlich genau das nicht der Fall und die Droge dient nur der Unterhaltung, dem Zeitvertreib oder dem Verschönern von Erlebnissen. Dabei ist ebenfalls zu bedenken, dass eine objektive Gefahreneinschätzung in der Praxis kaum möglich sein wird. Es bleiben in nahezu allen Fällen Risiken, die nicht einschätzbar sind.

Eine besondere Gefahr bildet der Ecstasy-Konsum im Zusammenhang mit der Einnahme von weiteren Medikamenten und Drogen. Wenn all diese Überlegungen angestellt wurden, sollte aber trotzdem noch die rechtliche Seite bedacht werden, denn einzig und allein der Konsum ist nicht verboten. Die letzte Entscheidung obliegt hier ohnehin dem Konsumenten, der hier (nicht nur) eigenverantwortlich handeln muss.

Duisburg, 19. Mai 2005

Anlage: Literaturverzeichnis

Dieter Ladewig – „Sucht und Suchtkrankheiten“, München, 1998

Wörterbuch Medizin von DTV, 2000

Dr. Josef Hammerschmid-Gollwitzer – Wörterbuch der medizinischen Fachaus-drücke, München, 1999

Amman Sahihi, Designerdrogen: Die neue Gefahr, Beltz, Weinheim, Basel 1991;
S. 90

Betäubungsmittelgesetz i. d. Fassung 1. April 2000

Internetlinks:

http://www.xtc-think.de/neben.html

http://www.chill-out.de/XTC.html#XTCGefahren

http://www.gj-bergstrasse.de/ecstasy/dipl.htm

http://www.checkyourdrugs.at/data/Substanzen/synthetische/

http://www.medizin-equipment.de/eve/verun.htm

http://www.drugscouts.de/

http://www.eve-rave.ch

http://www.wikipedia.de

http://www.drug-infopool.de

http://www.drogen-forum.com

http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/soa/19849.html

http://internet.bap.admin.ch/d/archiv/berichte/vollversiond.pdf

http://www.drugsinfo.net/pihkal/pihkal109.html

http://www.drugs-forum.co.uk/MDMA.html

http://www.hs-niederrhein.de/~retoenis/partydroge.htm

http://www.gj-bergstrasse.de/ecstasy/dipl.htm

http://www.drogeninfos.de/aktuelles-pillen8-02.html

Bildquellen:

Abb. Titelseite: http://www.drugscope.org.uk/wip/7/PDFS/Ecstasy.jpg

Abb. A1: http://www.nature. com/news/2003/031124/images/ecstasy_180.jpg

Abb. A2 und A3: http://www.drug-infopool.de/

Abb. A4: http://www.theage.com .au/ffxImage/

Abb. A5: http://internet.bap.admin.ch d/archiv/berichte/vollversiond.pdf

Sonstige Quellen:

Fernsehbericht ARTE: „Ecstasy – Rausch mit folgen“ vom 14.10.2003


[1] Quelle: www.wikipedia.de

 

[2] Quelle: www.fh-niederrhein.de

[3] Amman Sahihi, Designerdrogen: Die neue Gefahr, Beltz, Weinheim, Basel 1991; S. 90

[4] http://www.gj-bergstrasse.de/ecstasy/dipl.htm

[5] http://www.gj-bergstrasse.de/ecstasy/dipl.htm

[6] http://www.drug-infopool.de/rauschmittel/ecstasy.html

[7] http://www.drug-infopool.de/rauschmittel/ecstasy.html

[8] http://www.drogeninfos.de/aktuelles-pillen8-02.html

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