Unglaublich: Marihuana besteht fast nur aus THC
7. Dezember 2009 | Von Admin | Kategorie: Aktuelles, WissenswertesSo berichten inzwischen ja viele (private) Medien. Vor Kurzem hat die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) ihren Jahresbericht veröffentlicht. Darin findet man neben vielen anderen nützlichen Informationen, die Untersuchungsergebnisse zum Wirkstoffgehalt in Cannabis(produkten).
Ich erdreiste mich diese im Bericht veröffentlichte Grafik zu Zeigen:
Was sagt uns das nun? Naja, eigentlich nichts weiter, als dass seit 1997 der THC-Gehalt im Haschisch und Marihuana zwar schwankte, aber nicht nennenswert gestiegen ist. Wo die Medien jetzt nun das “Killergras” herholen, bleibt mir ein Rätsel.
Die Bestimmung des THC-Gehalts erfolgte 2008 auf der Basis der Beschlagnahmungen von 2.762 Proben Cannabiskraut, 4.727 Proben mit Blütenständen und 2.762 Proben Haschischharz durch die Labore von BKA, LKÄ und Zollbehörden.
Naja… viele tausend Proben. Das ist ja jetzt auch nicht sonderlich repräsentativ. Hier noch der Link zum vollständigen Bericht.


“Viele private Medien” ist eine interessante Quellenangabe. Konkreter zu werden traust du dich nicht? Deine Grafik zeigt einen Durchschnitt aus dem, was sichergestellt wurde, das meiste davon ist vermutlich halbprivater Amateuranbau mit eher fragwürdigen Ergebnissen. Unter Laborbedingungen gezogene Hochleistungssorten bringen es auf bis zu 35% THC-Anteil an der Trockenmasse. 1997 ist da übrigens ein schlechter Bezugspunkt. In den 70ern waren noch Sorten mit um die 3% normal, in deiner Grafik liegt der Schnitt schon bei 8. Die Qualität der Pflanzen steigt.
Ein kritischer Kommentar… ich freue mich.
Zu der Quellenangabe: Es geht mir hier weniger um die einzelnen Berichte. Und wenn ich jetzt welche rauskrame hilft das auch keinem. Das hat nichts mit “trauen” zu tun. Ich denke auch nicht, dass es fair wäre jetzt mit dem finger auf eine einzelne Medienanstalt zu zeigen, wo es andere genau so tun. Ich möchte hier informieren und die Kernaussage “Killergras gibt es nicht” kommt rüber.
Dass die 8 % ein Mittelwert sind, ist natürlich richtig. Dass die Qualität besser wird, ist auch richtig. Aber eben nicht in einem Ausmaß, der überraschend währe. Tatsächlich, desswegen freue ich mich über deinen Kommentar (sonst hätte ich wohl nicht nochmal nachgeschlagen), gibt es wohl inzwischen Sorten, die einen Wirkstoffgehalt um die 20 % aufweisen. Siehe hier: http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/wirkstoffgehalt.htm
Dort gibt es auch einen Link zu einer Veröffentlichung vom BKA wonach der Großteil der beschlagnahmten Proben einen Wirkstoffgehalt von 5-10 % hat. Fast wäre es eine schöne Gaus’sche Glockenkurve, wenn da nicht der Ausschlag bei “>14 %” wäre. Der Bericht ist leider von 2000.
Wenn du mir noch eine Quelle für das 35 %ige Marihuana liefern könntest, wäre ich glücklich. Das wär ja Wahnsinn.
Davon ab, macht es die Berichterstattung aber auch nicht besser. Vergleichbar eventuell mit Alkohol, heißt ein höherer Wirkstoffgehalt ja auch nicht, dass man die gleiche Menge konsumiert. Früher wurden wegen des geringen Wirkstoffgehalts bevorzugt Spliffs geraucht (Nur Marihuana, kein Tabak). Heute hingegen besteht ein Joint in der Regel zum Großteil aus Tabak.