Kokain: Wo kommt es her?
25. November 2009 | Von Admin | Kategorie: Chemie, VideosKokain wird schon seit vielen Jahren in seinem Heimatgebiet, den Anden, verwendet. Doch die Konsumarten haben sich gewandelt. War es früher noch üblich die Blätter für einen erfrischenden und belebenden Effekt zu kauen, so wird heute sogar in den Anbaugebieten (Bilivien, Peru und Kolumbien) das gewonnene Kokain konsumiert. Die Gier nach Koks hat nicht nur für die Gesundheit fatale folgen. Auch die dort ansässigen Kokabauern verdienen immer weniger und müssen dabei mehr produzieren. Was liegt da näher, als zur Antriebssteigerung ein wenig seines eigenen Produkts zu konsumieren?
Bis vor Kurzem haben die Bauern aus den Blättern lediglich die Paste, das Kokainsulfat hergestellt. Dieses wurde dann verkauft und weiterverarbeitet. Schon für die Herstellung des Sulfats sind große Mengen Kokablätter, Kerosin, Schwefelsäure und andere Lösungsmittel notwendig. Bei einem Alkaloidanteil von 0,4-1,3% in den Trockenen Blättern sind also riesige Mengen notwendig. Selbst von diesem Alkaloidanteil ist nur ca. 3/4 Kokain. Der Rest sind andere, nicht wirksame Alkaloide. So kommt es dass für die Herstellung von 1 kg Kokain ca: 200 kg Blätter benötigt werden.
Nach der Herstellung der Paste, wird weiter veredelt: Die Paste wird geschmolzen und mit Salzsäure versetzt. So entsteht das leicht lösliche Kokainhydrochlorid. Diese Wasserlöslichkeit erst ermöglicht den Konsum durch das Schnupfen. Das Kokainsulfat würde nicht in den Körper aufgenommen und nur evtl. im Magen zu einem geringen Teil zu Kokainhydrochlorid umgewandelt und resorbiert.
Betrachtet man die für erfahrene Chemiker relativ einfache Herstellung synthetischen Kokains, ist es verwunderlich, dass noch immer dieses Naturprodukt verwendet wird. Im Labor lassen sich in kurzer Zeit sehr große Mengen sehr reines Kokain herstellen. Das würde den ausführenden Organen im Drogenhandel sogar so manch logistisches Problem ersparen. Die Ausgangssubstanzen zu beschaffen kann für Leute, die im großen Stil mit Kokain handeln nicht das Problem sein. Ob es an Fachkräften mangelt?
Hier nun noch einige Videos, welche die Herstellung des Kokains zeigen… und deren Umweltrelevanz:






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